Es sind die, die nichts besitzen
Die uns all das geben
Was unbezahlbar ist.

 

Enten und Gänse brüten häufig an ungewöhnlichen Orten – zum Beispiel auf Balkonen, in Blumenkästen oder auf Terrassen. Besonders Enten wählen solche Plätze aus Sicherheitsgründen.

In der Natur nutzen sie häufig alte Baumhöhlen in hohen Bäumen. Da alte Bäume mit geeigneten Höhlen heutzutage vielerorts fehlen, weichen viele Enten auf Gebäude aus und werden damit zunehmend zu sogenannten Gebäudebrütern. Gerade in Innenstädten benötigen sie deshalb häufig menschliche Unterstützung, um ihre Küken sicher zu einem geeigneten Gewässer zu bringen.

Der Grund dafür ist der Schutz vor Beutegreifern. Enten sind Bodenbrüter, deren Nester in unmittelbarer Gewässernähe besonders gefährdet wären. Deshalb müssen die Nester gut versteckt und möglichst erhöht liegen. Früher übernahmen das natürliche Baumhöhlen, heute häufig Balkone, Dachterrassen oder Blumenkästen.

Enten

Entenmütter brüten zum Beispiel auf Balkonen, in Blumenkästen oder auf Terrassen und nicht immer in unmittelbarer Nähe eines geeigneten Gewässers. Außerdem ist nicht jedes Gewässer für die Aufzucht geeignet – dazu später mehr.

Enten beginnen bereits relativ früh mit der Eiablage. Bis alle Eier im Nest liegen, vergehen oft etwa zehn Tage. Erst dann beginnt die eigentliche Brut. Dadurch schlüpfen die Küken zwar in einem ähnlichen Zeitraum, aber nicht exakt gleichzeitig.

Deshalb warten Entenmütter nach dem Schlupf meist noch etwa einen Tag, manchmal auch zwei Tage, bevor sie gemeinsam mit allen Küken zum Gewässer aufbrechen.

Am einfachsten ist es, die Tiere nachts zu sichern, sobald alle Küken geschlüpft sind. Dafür setzt man zuerst die Mutter vorsichtig in einen Karton und anschließend die Küken dazu. Früh am Morgen können die Tiere dann zu einem geeigneten Gewässer gebracht werden.

Wichtig:

- Die Tiere nicht bei Regen oder drohendem Unwetter aussetzen.
- Die Tiere niemals am Abend aussetzen.
- Das neue Gewässer muss den Tieren genügend Zeit zur Orientierung bieten.

Geeignete Gewässer

Geeignet sind größere, gut bewachsene Seen oder Stauseen mit flachen Uferbereichen, damit die Küken leicht ins Wasser und wieder herauskommen können.

Ungeeignet sind:

- Gewässer mit steilen oder befestigten Ufern
- Fließgewässer
- Zu kleine Gewässer mit wenig Nahrung
- Gewässer, an denen Schwäne oder Nilgänse brüten

Schwäne und Nilgänse können Küken gegenüber sehr territorial reagieren. Es kam bereits zu schweren Revierkämpfen, bei denen Küken getötet wurden. Deshalb sollte man solche Gewässer unbedingt vermeiden.

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Nilgänse und andere Gänse

Nilgänse und andere Gänse kann man oft durch die Stadt begleiten, wenn sie ihren Marsch zum Gewässer antreten. Auch sie brüten häufig an schwer zugänglichen Orten.

Ein Einsammeln wie bei Enten ist hier meist nicht möglich, da beide Elterntiere für die Aufzucht wichtig sind. Deshalb begleitet man die Tiere besser auf ihrem Weg.

Am einfachsten ist es, die Küken im Dunkeln vorsichtig in eine kleine Transportbox zu setzen, die für die Elterntiere unzugänglich ist, durch die sie ihre Küken aber weiterhin hören können. So kann man den Fußmarsch sicher begleiten.

Auch hier gilt:

- Keine Fließgewässer
- Keine Schwäne oder weiteren Nilgänse am Zielgewässer
- Am besten große Seen mit ausreichend Nahrung

Bei Nilgänsen ist die Nahrungssuche allerdings etwas weniger problematisch, da sie zusätzlich viel grasen, während Enten überwiegend Nahrung aus dem Wasser filtrieren.

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Text: Kira von der Klein.tiernothilfe Thüringen